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Merlot Nadia Mathier zum beliebtesten Schweizer Rotwein gekürt

21.12.2017

Die beliebtesten Schweizer Rotweine

Schweizer Weinhändler durften ihren liebsten einheimischen Rotwein einreichen. Eine Fachjury hat die 51 Weine verkostet und den Sieger erkoren. Es ist wenig überraschend: ein Merlot. (Text v. Alain Kunz, SonntagsBlick)

Die Schweiz? Ein Weissweinland – denkt man gemeinhin. Doch stimmt das im Dezember 2017 noch? Immerhin sind die Flächen, auf denen rote Traubensorten angebaut werden, über 2000 Hektaren grösser als diejenigen für weisse. Und die meistangebaute Rebsorte ist nicht – wie einst – Chasselas, sondern Pinot noir. Und das seit Jahren. Mutiert die Schweiz zum Rotweinland? Fakt ist: Die Qualität an der roten Spitze ist mehr als bemerkenswert. Unsere Pinot noirs können problemlos mit Spitzen-Burgundern mithalten. Im Wallis haben die besten Syrahs und Cornalins Topniveau. Und im Tessin gelingt es der Winzerelite immer besser, die relevanten Komponenten wie (einst exzessiven) Barrique-Einsatz, Konzentration, Eleganz und Knackigkeit zu kalibrieren, sodass die schönsten Merlots Traumgewächse geworden sind.

«Die Degustation war ein weiteres Mal der Beweis dafür, dass die Schweizer Weine auf Topniveau mitspielen», sagt Master of Wine Ivan Barbic. Praktisch alle Weine hätten sehr viel Freude bereitet. «Und einige kann man durchaus zur Weltspitze zählen.» Auch der Salgescher Winzer Diego Mathier urteilt, die Schweiz mache mittlerweile grossartige Weine. «Wahnsinn, dieses Niveau.» Gastgeberin Ursina Ponti bestätigt: «Einige Weine waren echt super. So macht solch eine Degustation Freude!» Aber welcher Wein ist nun der beste?

Weil die Weine derart differieren, ist eine absolute Antwort praktisch unmöglich. Wir nähern uns einer Antwort an, indem wir die Frage einfach ein bisschen anders stellten: Welcher ist der beliebteste Rotwein der Schweiz? Im Salon 11 des Schweizerhofs rauchen die Köpfe. Alle grossen Schweizer Weinhändler sowie ein paar ausgewählte Winzer wurden angeschrieben, diese Frage für sich schon mal zu beantworten. Die Prämissen: Rotwein. Still. Trocken. Herkunft egal. Jahrgang egal. Preis egal. Herausgekommen ist ein spannendes Potpourri von 51 Weinen, die von einer fünfköpfigen Profijury im Fünfsternehotel Schweizerhof verkostet und bewertet wurden.

Nach dem Motto: Wenn schon Schweiz, dann gleich richtig! Aus diesem Grund bot der Salon 11 des Traditionsbetriebs der Familie Hauser direkt am Vierwaldstättersee den perfekten Rahmen für diese
Degustation. Verkostet wurde natürlich blind, bewertet nach der 20er-Skala, bei der 20 Punkte die höchste Wertung ist – ausschliesslich für einen perfekten Wein, ein Jahrhundertgewächs. Wichtig: Zwei Winzer degustierten mit, die auch Weine im Wettbewerb hatten. Ihre Bewertung der eigenen Weine wurde aber nicht berücksichtigt.

Der Siegerwein: Der Siegerwein von Mathier kostet 30 Franken. Wie ist das Ergebnis einzuordnen? Zufall ist es nicht, dass der Merlot von Mathier gewonnen hat. Alle Juroren haben ihn hoch bewertet. Die Note von Mathier selbst (18,5) wurde gestrichen. Der Wein ist ein richtiges Kampfschiff. Ein Beispiel: Beim Merlot-Profipanel-Tasting von Europas führendem Weinmagazin «Vinum» in diesem Jahr liess er als bester Schweizer Merlot alle Tessiner hinter sich.

Die Trauben für den Sieger kommen aus Reblagen in Salgesch VS und Sitten. «Der Ertrag ist streng auf 600 Gramm pro Quadratmeter beschränkt», sagt Mathiers Önologe Cédric Leyat. Der Ausbau erfolgt während 15 Monaten in neuen Barrique-Fässern. Den Sieger haben alle fünf Juroren mit einer hohen Note bedacht: zwischen 17 und 19 Punkten. Der Wein besticht durch eine komplexe Nase mit etwas Espressoaromen und Beerenaromatik, ist harmonisch und elegant, die Tannine sind edel und rund, er hat sowohl Kraft als auch Schmelz, nimmt den Gaumen ein und endet in einem wunderbar langen Finish!

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