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Das Wallis im nationalen- und internationalen Kontext

Die Rebbaufläche im Wallis beträgt 5300 ha. Die gesamte Rebbaufläche der Schweiz beträgt 14800 ha. Im Wallis befinden sich somit 35 % des gesamten Schweizer Rebbergs, was das Wallis zur grössten Weinbauregion der Schweiz macht. Bemerkenswert ist, dass anno 1890 die Schweizer Rebberge sich auf eine Fläche von 32000 ha ausdehnten.

Im internationalen Vergleich steht das Wallis mit 0.0006 % der gesamten Rebfläche sehr bescheiden da. Dazu einige Flächenvergleiche mit anderen Weinbaugebieten:

- Saint-Emilion = 1 X Wallis
- Elsass = 3 X Wallis
- Champagne = 6 X Wallis
- Rioja = 7 X Wallis
- Burgund = 10 X Wallis
- Bordeaux = 20 X Wallis
- Kalifornien = 50 X Wallis

Die Walliser Rebberge erstrecken sich auf 120 km, von Port-Valais bis Brig. Der Grossteil der Rebberge, ca. 90 %, befindet sich zwischen Martigny und Leuk-Stadt, auf dem rechten Rhoneufer. Die Rebfläche wird unter 69 Rebbaugemeinden aufgeteilt, die kleinste Rebbaugemeinde ist Baltschieder mit 4311 m2, die grösste ist Chamoson mit 426.3 ha.

Einteilung des Rebbergs
Die Rebberge befinden sich zwischen 450 (Talebene) und 800 Meter über Meer, mit Ausnahme von Visperterminen, dessen Rebberg sich bis auf 1100 Meter über Meer erstreckt.

Rechtes, nördliches Rhoneufer
- Die erste Zone von der Talebene bis auf 650 m
- Die zweite Zone liegt zwischen 650 m und 750 m
- Die dritte Zone die Rebberge welche über 750 m liegen.

Linkes Rhoneufer
- Die dritte Zone von der Talebene bis auf 650 m

Diese Aufteilung der Zonen wird in Zukunft durch die sogenannten homogenen Rebsektoren ersetzt werden. Ziel ist es, einheitliche Sektoren zu kreieren, deren Mikroklima und Bodenverhältnisse ähnlich sind. Dies wird eine noch bessere Beratung der Weinbauern bei Wiederbepflanzungen oder bei auftretenden Krankheiten im Rebberg ermöglichen.
Der Sylvaner (Johannisberg) darf seit 1990 nur noch in der ersten Zone angepflanzt werden.

Klima
Das Klima im Wallis ist ein kontinentales Klima, das sich insbesondere durch grosse Tag- / Nacht- Temperaturschwankungen auszeichnet. Der Einfluss der Alpen ist enorm. Im Winter sind die Temperaturen sehr tief, was immer wieder zu Frost im Rebberg führt. Der Frühling lässt gerne auf sich warten. Im Sommer sind die Temperaturen jedoch vielfach um einige Grad Celsius höher und die Besonnungsintensität (2100 Stunden pro Jahr) grösser als in den anderen Rebbaugebieten der Schweiz.

Die durchschnittlichen Regenfälle liegen zwischen 550 und 600 mm pro Jahr. Dies ist mit Abstand die niederschlagsärmste Gegend der Schweiz. Das Tessin zum Vergleich hat etwa dreimal soviel Niederschläge wie das Wallis (1800 mm pro Jahr). Der Herbst im Wallis ist oft sehr mild und sonnig, was sich besonders günstig auf den harmonischen Aufbau der Duft- und Geschmackstoffe auswirkt. Je nach Jahr ist der Föhn ein willkommener Helfer, um die Reife der Sorten der dritten Epoche zu unterstützen. Ein kleiner Wind ist ein ständiger Begleiter des Walliser Klimas, er bläst fast ununterbrochen.

Der Boden
Das Wallis zeichnet sich durch eine reiche Vielfalt der Bodenbeschaffenheit aus. Moränenablagerungen, Erdrutsche, Landanschwemmungen der Rhone und ihrer Zuflüsse, bisweilen auch menschliche Eingriffe (Meliorationen, Güterzusammenlegung etc.). Grob lassen sich Bodentypen und Regionen wie folgt beschreiben:

Region

Bodentyp

Sierre, Salgesch, Leuk

Kalk, Magnesium

Umgebung von Sion

Schiefer

Chamoson, Leytron, Ardon

Kies, Schotter

Bestockung der Rebberge
Bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts war das Wallis fast total mit weissen Rebsorten bepflanzt (insbesondere Chasselas). Eine Ausnahme bildeten nur die kalk- und magnesiumhaltigen Lagen um Salgesch, welche vornehmlich mit Pinot Noir bestockt waren und grösstenteils immer noch sind. Immer mehr werden jedoch im Wallis rote Rebsorten und Spezialitäten kultiviert. 1995 wurde erstmals mehr Rot- als Weisswein im Wallis geerntet.

Diese Spezialitäten machen die Reichhaltigkeit und Vielfalt der Walliser Weine aus. Es werden 49 Rebsorten angepflanzt, 32 Weissweine und 17 Rotweine. Diese Auswahl an verschiedenen Rebsorten im Wallis sucht in der Welt des Weines ihresgleichen.
Die vier Hauptsorten, mit denen 90% der Rebfläche bestockt sind, heissen Chasselas (Fendant) und Sylvaner (Johannisberg) bei den Weissweinen und Pinot Noir und Gamay bei den Rotweinen. Die weissen Spezialitäten machen einen Anteil von 6 % aus die roten Spezialitäten einen Anteil von 3 %.

Struktur des Walliser Weinbaus
Winzer: Es gibt im Wallis 22`700 stolze Winzer, die mit Fleiss ihrem Hobby fröhnen. Der gesamte Rebberg ist in 120'000 Parzellen unterteilt.
Struktur: Im Walliser Rebberg ist der Terrassenbau dominant. Die kleinen Terrassen sind schlecht geeignet, um die Rebberge mechanisch zu bearbeiten. Die Bestockungsdichte liegt bei 10`000 Stöcke pro Hektar und mehr. Dies sind zwei bis dreimal soviele Rebstöcke pro Hektar wie in den umliegenden Weinbauländern! Die Produktionskosten pro Hektar und Jahr liegen um die Fr. 50`000.-,was deutlich über dem schweizerischen und bei weitem über dem weltweiten Schnitt liegt.

Vermarktung
Die Vermarktung erfolgt durch private Einkellerer, Weinhändler und einer Genossenschaft, nämlich die Provins mit Sitz in Sion. Das Wallis bringt über 8000 Weine auf den Markt.

750 private Einkellerer

25 % der Einkellerung

150 Weinhändler

50 % der Einkellerung

1 Genossenschaft

25 % der Einkellerung

Poduktion und Konsum
Die Schweiz produziert 110 bis 120 Mio. Liter pro Jahr. Das Wallis produziert zwischen 40 und 50 Mio. Liter pro Jahr, davon ca. 45 % Weissweine und 55 % Rotweine. Der gesamte Weinkonsum in der Schweiz beträgt zwischen 290 und 300 Mio. Liter, was einen pro Kopf Konsum von 42 Liter je Einwohner ausmacht. Es werden also ca. 180 bis 190 Mio. Liter Wein pro Jahr importiert, davon sind 85 % Rotweine und 15 % Weissweine. Der Konsum an Rot- und Weisswein teilt sich zwischen der Schweiz und dem Ausland wie folgt auf.

Rotweinkonsum

25 % Schweiz
75 % Ausland

Weissweinkonsum

75 % Schweiz
25 % Ausland

AOC (Appellation d`Origine Contrôlée)
Seit 1990 hat das Wallis eine eigene Gesetzgebung für den Weinbau. Diese wurde in den Jahren 1993 und 1995 revidiert. Die Appellation d`orgine contrôlé darf ein Wein nur dann im Anspruch nehmen, wenn er zwingend zwei Voraussetzungen erfüllt. Beschränkung der Produktion pro Flächeneinheit und Minimalgehalt an natürlichem Zucker.

Mengenbeschränkungen:
Weisswein 1.2 kg pro Quadratmeter (0.96 Liter)
Rotwein 1 kg pro Quadratmeter (0.75 Liter)

Mindestgehalt an natürlichem Zucker:
Fendant (Chasselas) 16.6 % Brix 68 °Oe
Johannisberg (Sylvaner) 19.4 % Brix 80.3 °Oe

 
 
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